Autorenlesung 2018 - Oberschule Flotwedel

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Ist hier bei uns das „Paradies“?
Autorenlesungen im Rahmen der Jugendbuchwoche an der ObS Flotwedel


„Ins Paradies?“ heißt der Titel eines Buches von Iris Lemanczyk, das die abenteuerliche Flucht des 13-jährigen Adnan aus Tunesien über Lampedusa nach Deutschland schildert – ins vermeintliche Paradies. Die Lesung mit der Autorin Iris Lemanczyk war eine der Veranstaltungen, die im Rahmen der Celler Jugendbuchwoche an der ObS Flotwedel in Eicklingen stattgefunden hat. Außerdem lasen vor begeisterten Schülern noch Alice Pantermüller aus dem 14. Band ihrer erfolgreichen Reihe „Lotta-Leben“, Janet Clark aus ihrem neuen Jugend-Thriller „Singe, fliege, Vöglein, stirb“ und Holly-Jane Rahlens aus ihrem beklemmend aktuellen Science-Fiction-Roman „Everlasting“.

Auch in diesem Jahr konnte der Fachbereich Deutsch der ObS Flotwedel im Rahmen der Celler Jugendbuchwoche wieder eine Reihe namhafter Autoren zu Lesungen in die Schule holen.

Den Auftakt machte die in New York aufgewachsene Autorin Holly-Jane Rahlens, die sich selbst als „gelernte Berlinerin aus Brooklyn“ bezeichnet. Ihr erstes Jugendbuch „Prinz William, Maximilian Minsky und ich“ wurde 2003 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und kam 2007 in die Kinos. Die Verfilmung wurde in vielen Ländern gezeigt und erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter eine Lola-Nominierung.

Holly-Jane Rahlens las vor den Schülern des 9. und 10. Jahrgangs aus „Everlasting: Der Mann der aus der Zeit fiel“, ihrem neuen Science-Fiction-Roman. Dieser Roman erzählt die Geschichte des im Jahre 2264 lebenden Sprachforschers Finn Nordstrom, der ohne sein Wissen zum Versuchskaninchen eines Forschungsprojekts zur Ankurbelung der Geburtenrate wird. Zuerst gibt man ihm das Tagebuch eines Berliner Mädchens aus dem Jahr 2003 zum Entschlüsseln, dann schickt man ihn per Zeitreise selbst mehrfach ins Berlin des angehenden 21. Jahrhunderts, wo er sich prompt in das Mädchen verliebt und in ein unauflösbares Dilemma gerät. Holly-Jane Rahlens zog ihre jungen Zuhörer so in ihren Bann, dass sie kaum zu atmen wagten.

Die Wahlmünchnerin Janet Clark las aus ihrem Jugend-Thriller „Singe, fliege, Vöglein, stirb“: In diesem vom Parkhausmord in Emden inspirierten Roman geht es um das Mädchen Ina, das die Leiche einer getöteten Mitschülerin gefunden hat. Seither läuft ihr Leben mehr und mehr aus dem Ruder. Weil sie ihren Freund Aaron, der wegen der Tat befragt wird, vehement gegen die Anschuldigungen verteidigt, zieht ein riesiger Shitstorm über sie und ihre Familie hinweg. Dann wird sie plötzlich selbst des Mordes verdächtigt. Und zu allem Überfluss taucht wie aus dem Nichts ein Freund von früher auf, der eine alte Schuld einfordert. Bald versinkt Ina in einem Netz aus Lügen und kann niemandem mehr trauen - nicht einmal Aaron. Janet Clark präsentiert ihren neuen Roman mit so viel Nervenkitzel, dass sich etliche Schüler an ihren Mitschülern festhalten mussten.

Großen Anklang fanden auch in diesem Jahr wieder die Lesungen der Autorin Alice Pantermüller, die vor den Schülern des 5. und 6, Jahrgangs las. Frau Pantermüller begann ihre Lesung mit der Vorstellung ihres Buches "Bendix Brodersen -Angsthasen erleben keine Abenteuer". Dabei wurden die Figuren wie Chris Wattworm und Thekla Salmonis und ihre Abenteuer so lebendig, dass die Schülerinnen und Schüler häufig laut auflachten. Engagiert wurden auf Nachfrage der Autorin Möglichkeiten für den Fortgang der Handlung überlegt und vorgeschlagen.

Abschließend las Alice Pantermüller aus dem zuletzt erschienen 14. Band ihrer Lotta-Leben Reihe "Da lachen ja die Hunde!“.  Zunächst stellte sie den Schülerinnen und Schülern die wesentlichen Figuren dieser Reihe kurz anhand der lustigen Illustrationen von Daniela Kohl vor. Vor allem der Name "Blöd-Brüder", den die Hauptfigur Lotta ihren beiden Zwillingsbrüdern gegeben hat, sowie der Name der Name der Klassenlehrerin „Frau Kackert“ führten bei den Schülerinnen und Schülern zu großer Belustigung.

Mit ihrer Lotta-Leben-Reihe hat Alice Pantermüller vor allem bei den jungen Leserinnen viele begeisterte Fans, von denen etliche ihre Bücher zum Signieren durch die Autorin mit zu den Lesungen brachten.

Ein Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltungen war die Lesung von Iris Lemanczyk. Sie las vor Schülern des 7. und 8. Jahrgangs aus ihrem Roman „Ins Paradies“, in dem von der abenteuerlichen Flucht des 13-jährigen Adnan aus Tunesien nach Deutschland erzählt wird.

Adnan ist 13 Jahre alt und lebt in Tunesien. Seine Mutter ist arbeitslos, sein Vater Invalide. Denn ein Polizist schlug ihm mit einem Knüppel auf den Kopf, als der Vater gegen den früheren Machthaber Ben Ali demonstrierte. Die Not der Familie ist groß. Deshalb wird Adnan nach Europa geschickt. Er soll mit dem Boot nach Lampedusa geschleust werden und von dort weiter ins vermeintliche Paradies. Nach einer lebensgefährlichen Überfahrt in einem überfüllten Flüchtlingsboot erreicht Adnan gemeinsam mit der neugewonnenen somalischen Freundin Dhura, die auch allein unterwegs ist, die italienische Insel. Doch wie soll es weitergehen? Und wie soll Adnan jemals das Geld aufbringen, das er sich für seine illegale Überfahrt leihen musste?

Ein Jugendbuch, das auf Tatsachen beruht und die aktuelle Geschichte Tunesiens sowie zwei Schicksale von minderjährigen Flüchtlingen beleuchtet.

Natürlich waren gerade die Schüler mit Fluchthintergrund besonders aufmerksam und engagiert bei der Lesung, da sie sich offenbar in dem von Frau Lemanczyk beschriebenen Protagonisten und dessen Fluchterlebnissen deutlich wiederfinden konnten. Während ihrer Lesung zeigte die Autorin zusätzlich Bilder von Flüchtenden in überfüllten Booten vor Lampedusa - auch den Schülern ohne Fluchthintergrund war in einigen Momenten ihre Beklemmung ob der lebendigen Schilderung anzumerken.

Insgesamt verlässt man die Lesung mit einer Gänsehaut, weil das Schicksal des kleinen Adnan, seine Begegnungen mit freundlichen und bösen Menschen den Zuhörer berührt und unbefriedigt zurücklässt.
Die vier Lesungen bewiesen wieder die ganz einzigartige Kraft und Atmosphäre, die solche Lesungen auch gerade für Schülerinnen und Schüler haben, die normalerweise nicht so gerne lesen. Diese Art der Leseförderung ist daher gerade in Zeiten, in denen es immer schwieriger wird, junge Menschen für das Lesen zu interessieren, ein besonders wertvolles Angebot.


Iris Lemanczyk liest vor Schülern der ObS Flotwedel aus ihrem Buch „Ins Paradies?“, das die Flucht des 13-jährigen Adnan aus Tunesien über Lampedusa nach Deutschland schildert. (Foto: Daniela Bracher)


Die Autorin Alice Pantermüller bei der Vorstellung der Figuren aus ihrem neuesten Band der „Lotta-Leben“-Reihe (Foto: Daniela Bracher)

Daniela Bracher

 
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