Zeitzeugenvortrag 2018 - Oberschule Flotwedel

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Zeitzeuge beeindruckt Schülerinnen und Schüler des 9.Jahrgangs

„Befreit waren wir nicht, aber nicht mehr gefangen.” So hat der Niederländer Michael Gelber den Tag seiner Befreiung durch die Rote Armee bei Tröbitz im April 1945 beschrieben. Der 82-Jährige erzählte seine Lebensgeschichte vor 80 Schülerinnen und Schülern des neunten Jahrgangs, nachdem er am 15. April zur Eröffnung der Ausstellung „Kinder im KZ Bergen-Belsen” anlässlich des 73. Jahrestags der Befreiung geladen war.

Michael Gelber berichtete eindrucksvoll von seiner Verhaftung und der Zeit als Achtjähriger in Westerbork, einem Durchgangslager, von dem die meisten Züge nach Auschwitz gingen. Die Familie Gelber allerdings kam nach Bergen-Belsen.

         

Michael Gelber zeigte den Schülerinnen und Schülern das Schriftstück, das ihm vermutlich das Leben rettete, denn fortan galten er, sein Bruder und seine Eltern als so genannte Austauschjuden, die den Nationalsozialisten lebend nützlicher waren als tot.

Da er erst zehn Jahre alt war, erinnerte er sich vor allem an die täglichen Appelle: „Neun Stunden habe ich auf Strümpfen im Schnee gestanden. (…) Jeden Morgen und Abend wurde gezählt.”  Auf die Frage einer Schülerin, was er empfinde, wenn er in Bergen-Belsen sei, antwortete er, dass es ihm anfangs schwergefallen sei, sich zu orientieren und mit seinem Bruder darüber diskutierte, wo die Baracken gestanden hätten. In einem Punkt waren sich die Brüder jedoch einig: „Bergen-Belsen war zwar kein Vernichtungslager wie Auschwitz, aber es war ein Krepierlager”, so Gelber.

              

 
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